Wer in den letzten Wochen die IT-Nachrichten verfolgt hat, merkt schnell: Beim Thema Betriebssysteme und Büro-Software ist mächtig Bewegung drin. Die öffentliche Verwaltung in Deutschland
unternimmt gerade Riesenschritte, um sich von der Abhängigkeit großer Tech-Konzerne wie Microsoft zu lösen. Zwei aktuelle Entscheidungen zeigen besonders deutlich, wohin die Reise geht.
1. Millionen-Spritze für den Linux-Desktop
Wie unter anderem in verschiedenen Quellen berichtet wurde, investiert Deutschland einen Millionenbetrag (konkret 1,3 Millionen Euro aus Bundesmitteln) direkt in die Weiterentwicklung von
Open-Source-Oberflächen wie KDE Plasma. Das Ziel hinter dem Fokus auf freie Linux-Desktops ist klar: Mehr digitale Souveränität und eine klare Antwort auf die zunehmende Datensammelei
proprietärer Betriebssysteme.
2. ODF wird Pflicht in Behörden
Gleichzeitig gibt es auch beim Austausch von Dokumenten eine wichtige Neuerung, über die berichtet wurde: Das offene Dokumentenformat ODF (OpenDocument Format) ist für die öffentliche Verwaltung
in Deutschland nun offiziell vorgeschrieben. Anstatt auf geschlossene, kommerzielle Formate wie DOCX oder XLSX zu setzen, müssen Behörden künftig auf diesen offenen ISO-Standard bauen. Das sorgt
für echte Barrierefreiheit und stellt sicher, dass Dokumente auch in vielen Jahren noch plattformübergreifend gelesen und bearbeitet werden können – ganz ohne teure Software-Lizenzen.
Was bedeutet das für Sie?
Diese Entwicklung zeigt, dass Linux und freie Office-Alternativen (wie LibreOffice) längst den Kinderschuhen entwachsen und absolut alltagstauglich sind.
Auch für das Drucken ist das übrigens eine hervorragende Nachricht! Wie wir hier im Blog bereits beschrieben haben, ist die Druckererkennung unter modernen Linux-Distributionen dank treiberloser
Standards (wie Mopria oder IPP Everywhere) heute oft unkomplizierter als unter Windows. Sie stecken den Drucker an oder wählen ihn im WLAN aus – und er läuft. Ohne nervige Registrierungspflicht
oder Bloatware im Treiberpaket. Das Einrichten (z.B. unter Kubuntu) und Dokumente verfassen (Libre Office) war noch nie einfacher und plattformübergreifender wie heute.
